Hemd


Hemd

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Hemd [hɛmt], das; -[e]s, -en:
a) von männlichen Personen als Oberbekleidung getragenes, den Oberkörper bedeckendes Kleidungsstück; Oberhemd:
ein kurzärmliges, langärmliges, bügelfreies, frisch gebügeltes Hemd.
Zus.: Baumwollhemd, Freizeithemd, Herrenhemd, Leinenhemd, Seidenhemd, Sporthemd, Totenhemd.
b) als Unterwäsche getragenes, über die Hüften reichendes [ärmelloses] Kleidungsstück; Unterhemd:
er zog sich bis aufs Hemd aus.

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Hẹmd 〈n. 27
1. an der Vorderseite mit Knöpfen versehenes Kleidungsstück für den Oberkörper aus leichterem Stoff, bes. für Männer
2. am bloßen Körper getragenes Wäschestück (Nacht\Hemd, Unter\Hemd)
3. 〈fig.〉 geradegeschnittenes Kleidungsstück (Chor\Hemd)
● \Hemden ausbessern, bügeln, stärken, waschen; sein: das \Hemd ist mir näher als der Rock 〈fig.〉 der eigene Vorteil ist mir wichtiger als der eines anderen; seine Meinung wie sein \Hemd wechseln seine Gesinnung oft ändern ● im bloßen \Hemd nur mit dem H. bekleidet; ein bügelfreies \Hemd; ein frisches \Hemd anziehen; ein gestärktes, gestreiftes, kurz-, langärmeliges, buntes, weißes \Hemd; härenes \Hemd 〈veraltet〉 Büßergewand aus grobem Stoff; er würde sein letztes \Hemd hergeben, verschenken 〈fig.〉 er ist völlig selbstlos, sehr gutmütig, freigiebig ● er hat kein ganzes \Hemd mehr am, auf dem Leibe 〈fig.〉 er ist völlig heruntergekommen; jmdn. bis aufs \Hemd ausplündern, ausziehen 〈fig.〉 jmdn. völlig ausplündern; ein \Hemd aus Baumwolle; sich ins \Hemd machen 〈fig.; umg.〉 feige sein, Angst haben, sich anstellen [<ahd. hemidi <germ. *hamibia <idg. *kamitia-; zu idg. *kem- „bedecken, verhüllen“; verwandt mit Himmel]

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Hẹmd , das; -[e]s, -en [mhd. hem(e)de, ahd. hemidi, eigtl. = das Verhüllende, Bedeckende]:
1.
a) von männlichen Personen als Oberbekleidung getragenes, den Oberkörper bedeckendes Kleidungsstück aus leichtem Stoff, das mit Ärmeln u. einem Kragen versehen ist u. vorne meist durchgeknöpft wird; Oberhemd:
ein weißes H. anziehen;
das H. in die Hose stecken;
er trug sein H. über der Brust geöffnet;
das H. wechseln;
R das H. ist/liegt mir näher als der Rock (der eigene Vorteil ist mir wichtiger als der eines anderen; nach dem Ausspruch »tunica propior pallio est« in der Komödie »Trinummus« [V, 2, 30] des röm. Dichters Plautus, um 250–184 v. Chr.);
b) als Unterwäsche getragenes, über die Hüften reichendes, schmal geschnittenes, meist ärmelloses u. mit Trägern versehenes Kleidungsstück; Unterhemd:
nass bis aufs H. (völlig durchnässt) sein;
R mach dir nicht ins H. (salopp; stell dich nicht so an);
das zieht einem [ja] das H. aus! (ugs.; das ist ja unmöglich, unerträglich!);
halbes H. (salopp: 1. jugendlicher Gernegroß. 2. schmächtiger Mann);
kein [ganzes] H. [mehr] auf dem/am Leib haben/tragen (ugs.; völlig heruntergekommen u. mittellos sein);
das letzte/sein letztes H. hergeben; sich <Dativ> das letzte/sein letztes H. vom Leib reißen; sich <Dativ> bis aufs [letzte] H. ausziehen (ugs.; alles, was man besitzt, opfern, hergeben);
jmdm. das H. über den Kopf ziehen (ugs.; jmdm. alles, was er hat, wegnehmen);
sich <Dativ> das H. ausziehen lassen (ugs.; sich ausnutzen lassen);
jmdn. bis aufs H. ausziehen/ausplündern (ugs.; jmdm. so gut wie alles wegnehmen, ihn völlig ausplündern; ursprünglich von Räubern gesagt, die ihren Opfern nur das Hemd auf dem Leib ließen);
alles bis aufs H. verlieren (ugs.; nur das Nötigste retten können).
2. (bes. früher) über den Kopf gezogenes, weit geschnittenes, langes Kleidungsstück mit Ärmeln.

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Hemd
 
[althochdeutsch hemidi, eigentlich »das Bedeckende«], unmittelbar auf der Haut getragenes Kleidungsstück von Männern und Frauen, im Gebrauch zunächst Unterkleidung und zugleich Teil der sichtbar getragenen Oberkleidung; meist aus Leinen, daneben Wolle, Baumwolle, Seide. Das Altertum kannte das Hemd als ein sich im Schnitt und Material von der Oberbekleidung unterscheidendes Untergewand noch nicht. Die Kalasiris, der Chiton und die Tunika waren bei Ägyptern, Griechen und Römern auf dem bloßen Körper getragene Hauptbekleidungsstücke, ebenso das Kittelgewand der altorientalischen Völker. Im Mittelalter trugen beide Geschlechter gleichartige Schlupfgewänder übereinander, von denen bei den Vornehmen das untere bereits um 1200 ein Wäschestück aus Leinen oder auch Seide war. Langärmelig, mit Stickerei verziert, wurde es gegen Ende des 15. Jahrhunderts unter der modischen Oberkleidung sichtbar, wobei der Ärmel oft auswechselbar und der Brustteil ein Einsatz war (Halshemd). Im 16. Jahrhundert trat Spitze als Schmuck hinzu. Seit dem 17. Jahrhundert waren Männer- und Frauenhemden stärker voneinander unterschieden und erfuhren seitdem ihre besonderen modischen Veränderungen. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert diente das Hemd auch als Nachtkleidung. Als »erstes« und »letztes« Kleid des Menschen besaßen Tauf- und Totenhemden besonderen Symbolwert. Das kostbar gearbeitete Bräutigamshemd war traditionelle Gabe der Braut.

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Hẹmd, das; -[e]s, -en [mhd. hem(e)de, ahd. hemidi, eigtl. = das Verhüllende, Bedeckende]: 1. a) von männlichen Personen als Oberbekleidung getragenes, den Oberkörper bedeckendes Kleidungsstück aus leichtem Stoff, das mit Ärmeln u. einem Kragen versehen ist u. vorne meist durchgeknöpft wird; Oberhemd: ein bügelfreies, seidenes, gestreiftes, lang-, kurzärmeliges H.; sein H. hing ihm unordentlich aus der Hose und war zerrissen (Kuby, Sieg 259); ein frisches, sauberes, weißes H. anziehen; ein H. ausbessern, waschen, stärken, bügeln; das H. in die Hose stecken; er trug sein H. über der Brust geöffnet; Er knöpft sein ... H. auf, wirft es auf den Boden ..., und ich denke nur daran, dass ich es waschen muss (Schwaiger, Wie kommt 80); das H. wechseln; er wechselt die Meinung, seine Freunde wie das H. (ugs. abwertend; sehr häufig); tritt dir nicht aufs H.! (ugs. scherzh.; sagt man, wenn jmd. ein H. anhat, das zu kurz ist); er saß nur im H. (ohne das zur vollständigen Kleidung gehörende Jackett) da; die blauen -en (DDR; Blauhemden 1) der FDJ; Ich bin aus Wien geflohen vor der Brutalität brauner -en (der Braunhemden 2 der Nazis; Remarque, Triomphe 300); R das H. ist/liegt mir näher als der Rock (der eigene Vorteil ist mir wichtiger als der eines anderen; nach dem Ausspruch „tunica propior pallio est“ in der Komödie „Trinummus“ [V, 2, 30] des röm. Dichters Plautus, um 250-184 v. Chr.); b) als Unterwäsche getragenes, über die Hüften reichendes, schmal geschnittenes, meist ärmelloses u. mit Trägern versehenes Kleidungsstück; Unterhemd: nass bis aufs H. (völlig durchnässt) sein; R mach dir nicht ins H. (salopp; stell dich nicht so an)!; das zieht einem [ja] das H. aus! (ugs.; als Ausdruck unangenehmen Erstaunens; das ist ja unmöglich, unerträglich!); ein Schlag, und du stehst im H. [da]! (ugs.; als Drohung); *halbes H. (salopp; 1. jugendlicher Gernegroß. 2. schmächtiger Mann); kein [ganzes] H. [mehr] auf dem/am Leib haben, tragen (ugs.; völlig heruntergekommen u. mittellos sein); das letzte/sein letztes H. hergeben; sich <Dativ> das letzte/sein letztes H. vom Leib reißen; sich <Dativ> bis aufs [letzte] H. ausziehen (ugs.; alles, was man besitzt, opfern, hergeben); jmdm. das H. über den Kopf ziehen (ugs.; jmdm. alles, was er hat, wegnehmen); sich <Dativ> das H. ausziehen lassen (ugs.; sich ausnutzen lassen); jmdn. bis aufs H. ausziehen/ausplündern (ugs.; jmdm. so gut wie alles wegnehmen, ihn völlig ausplündern; ursprünglich von Räubern gesagt, die ihren Opfern nur das Hemd auf dem Leib ließen); alles bis aufs H. verlieren (ugs.; nur das Nötigste retten können); jmdm. [eine Delle] ins H. treten (salopp, als Drohung: 1. jmdn. nachdrücklich zurechtweisen. 2. an jmdm., auf den man sehr wütend ist, seine Wut auslassen). 2. (bes. früher) über den Kopf gezogenes, weit geschnittenes, langes Kleidungsstück mit Ärmeln: Er ... trug ein schwarzes, kasackartiges H. mit einer kleinen Silberspange (Jens, Mann 33).

Universal-Lexikon. 2012.

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